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Bruxismus: Zähneknirschen im Schlaf

Behandlung und Auswirkungen von Bruxismus

„Zähne zusammenbeißen und durch!“ – Ist das auch Ihr Lebensmotto? Oder nehmen Sie gerne mal etwas zähneknirschend hin, statt sich zu wehren? Dann haben Sie mindestens zwei Probleme: Das eigentliche Problem (die jeweilige Situation) und Ihre Zahngesundheit.

Bruxismus

Wissen Sie, ob Sie mit den Zähnen knirschen? Das Zähneknirschen (Fachbegriff: Bruxismus) geschieht meist unbewusst, und so merkt man es selber gar nicht. Oft wird man sich darüber erst bewusst, wenn man von anderen darauf angesprochen wird. Da das Zähneknirschen eher nachts stattfindet, ist es meist der Partner, der sich mehr oder weniger dezent darüber äußert.

Vielleicht ist es ja sogar so schlimm, dass er nachts nicht schlafen kann. Wer auch tagsüber mit den Zähnen knirscht, wird sicher bereits hin und wieder von anderen darauf hingewiesen worden sein. Während es tagsüber eher Stress-Situationen sind, die das Knirschen auslösen, sind es nachts die vielen Sorgen, die man mit ins Bett nimmt.

Zähne knirschen ist weit verbreitet

1994 untersuchte die Bundeszahnärztekammer in einer Studie zur Mundgesundheit das Knirschverhalten in West und Ost. Ergebnis: Im ehemaligen Osten knirschten damals 28,8 Prozent der Erwachsenen, im Westen dagegen nur 16,7 Prozent.

  • Schätzungsweise 80 Prozent der Bundesbürger haben schon einmal geknirscht.
  • Nur etwa 20 Prozent der Betroffenen wissen, dass sie es tun.
  • Besonders betroffen sind die 20- bis 45-Jährigen.
  • Frauen knirschen anscheinend mehr als Männer.

Ob Sie ein Knirscher sind oder nicht, kann Ihnen auch Ihr Zahnarzt beantworten. Wenn Sie knirschen, erkennt er das sehr schnell anhand der Schleifspuren und polierten Zahnoberflächen.

Stetes Knirschen zerstört den Zahn

Denn das Schlimme am Knirschen ist nicht, dass es andere stört. Das Zähneknirschen hat leider mehr schädigende Auswirkungen auf die Zähne, als man zunächst vermutet.

  • Druck
  • Das erste Problem ist der ungeheure Druck, der durch das Zähne zusammenbeißen entsteht. Stellen Sie sich vor, Sie legen eine 80-Kilo-Hantelscheibe auf Ihre Zähne. Oder Sie ziehen eine Waschmaschine mit den Zähnen hoch. Tut Ihnen bereits die Vorstellung weh? Genau das ist der Druck, der beim Zusammenbeißen auf die Kieferknochen und Zähne wirkt. Er ist bis zu zehnmal so groß wie beim normalen Zerkauen der Mahlzeiten. Kein Wunder, dass viele Knirscher morgens mit Muskelkater aufwachen.

  • Schmirgeln
  • Das zweite Problem ist das aneinander Reiben der Zähne, insbesondere der Backenzähne. Das Scheuern an sich ist bereits nicht gut für den Zahnschmelz. In Verbindung mit dem Druck durch das Zusammenbeißen entsteht hier ein regelrechtes Mahlwerk. Nicht umsonst heißen die Backenzähne ja auch Mahlzähne. So wird die Kaufläche regelrecht abgeschrubbt. Es kommt aber noch schlimmer: Irgendwann bilden sich Risse, und der Zahn kann abbrechen. Auch Zahnfleischentzündungen sind nicht selten. Es werden teure Überkronungen fällig, die aber ebenfalls dem Knirschen ausgesetzt sind.

  • Folgeschäden
  • Wenn die Kauflächen durch das Abreiben nicht mehr genau aufeinander passen, kann es in der Folge zu Schmerzen im Kiefergelenk kommen und zu Kopfschmerzen. Diese werden oft fälschlich als Migräne diagnostiziert. Korrekt wäre jedoch eine „Cranio-Mandibuläre Dysfunktion“, kurz CMD.

Knirscher-Hilfe

Höchste Zeit also, das Zähneknirschen zu beenden. Doch wie, wenn es doch meist unbewusst stattfindet? Die folgenden Tipps helfen Ihnen, das Zähneknirschen einzustellen:

  • Mechanische Hilfe
  • Als erste Maßnahme sollten Sie sich eine Aufbiss-Schiene besorgen. Diese Kunststoffschiene legen Sie nachts über die Zähne. Sie verhindert zwar nicht, dass Sie weiterknirschen. Sie mindert aber den Druck auf die Zähne und vor allem das aufeinander Reiben. Damit haben Sie zumindest diese zahnschädigende Ursache etwas verringert.

    Solche Knirscherschienen gibt es als industrielle Produkte im Handel bereits für 20 bis 50 Euro. Wir empfehlen Ihnen allerdings ein individuell angepasstes Modell. Ihr Zahnarzt kann Ihnen eine Aufbiss-Schiene anpassen und anfertigen lassen. Die Kosten dafür werden allerdings nicht immer von der Krankenkasse übernommen.

    Gesetzliche Krankenkassen übernehmen oft nur die Kosten für die erste Schiene. Folgekosten für Anpassungen und weitere Schienen dagegen muss der Patient selbst tragen. Teilweise werden muss man sich auch an den Kosten beteiligen. Bei den Privatversicherungen hängt die Kostenübernahme vom jeweiligen Tarif ab. Umgekehrt kann eine bereits bestehende Behandlung mit einer Beissschiene auch dazu führen, dass die Aufnahme in eine Zahnzusatzversicherung erschwert wird. Einige Versicherer verlangen in diesem Fall einen zahnärztlichen Befundbericht.

  • Entspannungsübungen
  • Um die innere Anspannung vom Alltags-Stress zu reduzieren, helfen zuweilen auch Entspannungsübungen wie Autogenes Training. Unser Tipp: Führen Sie die Übungen vor dem Einschlafen durch, so dass Sie unmittelbar in den entspannten Schlaf hinübergleiten.

  • Homöopathie
  • Für ein entspannteres Schlafen kann man auch in Absprache mit einem Heilpraktiker auf homöopathische Mittel zurückgreifen, etwa Cuprum metallicum und Colocynthis in Verbindung mit Avena Sativa.

  • Biofeedback
  • Als wesentlich effektiver hat sich allerdings das Biofeedback-Verfahren gezeigt. Dabei werden die angespannten Muskelgruppen gezielt angesprochen und entspannt.

  • Psychotherapie
  • Wie bereits angedeutet, liegt die tiefere Ursache für das Anspannen der Kaumuskulatur und das damit verbundene Knirschen in Stress oder in psychischen Problemen, die noch nicht ausreichend aufgearbeitet sind. Hier kann eine psychosomatische Behandlung helfen, den eigentlichen Ursachen auf den Grund zu gehen und so das Problem und die Folgen dauerhaft zu beheben.

  • Orthopädische Behandlung
  • Wenig bekannt ist, dass Zähneknirschen oft auch von einem Beckenschiefstand kommt. Dies sollten Sie von einem Orthopäden abklären und gegebenenfalls behandeln lassen.

Doch egal, wie hoch der Aufwand oder auch die Kosten sein mögen, nehmen Sie diese nicht einfach zähneknirschend hin. Denn auf Dauer gesehen erhalten Sie als Gegenleistung gesunde Zähne und mehr Lebensqualität, und das sollte es Ihnen wert sein.

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4 Kommentare zu

Bruxismus: Zähneknirschen im Schlaf

  1. G. Hoff sagt:

    Guten Tag,

    Meine Frau knirscht auch mit den Zähnen. Und das so laut, dass ich teils nicht einschlafen kann. Beissschiene? Kommt ihr nicht ins Mau …ahh…Haus. Mal sehen, ob ich sie nicht von den Entspannungsübungen überzeugen kann.

    Danke für die Tipps.

    Euer schlafloser Gerald

  2. Heinz sagt:

    Bin seit ich denken, kann ein „Knirscher“. Hat mich fast ein ganzes Gebiss gekostet. Nun mit Schiene. Besser und billiger als die Kosten für den Zahnersatz!

  3. Annegret M. sagt:

    Das ich in der Nacht knirsche weiß ich von meinem Mann. Neu ist mir allerdings, dass es auch Tags-Knirscher gibt. Ist das dann nicht eher eine Sache für den Psychologen und nicht für den Zahnarzt?!
    Gruß
    Anne

  4. Michaela sagt:

    Ich habe das Knirschen eigentlich niemals richtig ernst genommen. Wenn ich mir aber wirklich vorstelle, dass 80kg die ganze Nacht auf meine Zähne drücken, wird mir ganz anders. Ich glaube es wird Zeit für eine Beißschiene.:(

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