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Parodontitis: Eine weitverbreitete Zahnfleischerkrankung

Eine Entzündung des Zahnhalteapparats

Gebisslücken und Erkrankungen des Kiefers sind nicht immer auf eine Erkrankung des Zahns zurückzuführen. Oft ist das Zahnfleisch um den Zahn herum erkrankt. Diese bakterielle Infektion nennt sich Parodontitis, die genau wie Zahnerkrankungen zu einem Ausfallen der Zähne führen kann.

Parodontitis

In Deutschland weisen rund 12 Millionen Menschen eine Parodontitis auf. Rund 50 Prozent der deutschen 35 bis 44-jährigen sind betroffen, zwanzig Prozent von ihnen schwer. Grund genug, die Zahnerkrankung durchaus ernst zunehmen.

Wie sieht das Krankheitsbild der Parodontitis aus?

Das Gefährliche an Parodontitis ist die Tatsache, dass die Krankheit schmerzlos ist. Der Patient merkt also selbst nicht, dass er an einer Entzündung leidet. Hierbei wird nicht nur das Zahnfleisch angegriffen, sondern auch das Bindegewebe, und die Knochen werden zersetzt. Da diese den Zähnen halt geben, kann es zu Zahnverlust kommen, wenn keine Behandlung erfolgt.

Trotz des schmerzlosen Verlaufs können Anzeichen beobachtet werden, die auf eine Parodontitis hinweisen. So ist beispielsweise Zahnfleischbluten beim Zähneputzen, zurückgewichenes oder generell angegriffenes und geschwollenes Zahnfleisch ein Zeichen für die Infektion. Auch Mundgeruch und lockere Zähne können ein Signal für Parodontitis sein.

Der Verlauf der Krankheit ist von Mensch zu Mensch verschieden. Normalerweise sind vor allem ältere Menschen von Parodontitis betroffen. Das Voranschreiten der Krankheit erfolgt normalerweise schubweise. Allerdings konnten auch weitaus schwerere Krankheitsverläufe beobachtet werden, die sogar schon bei Kindern auftraten. Da nicht nur Zahnverlust, sondern auch ein erhöhtes Herzinfarktrisiko und Diabetes durch Parodontitis hervorgerufen wird, ist eine Behandlung unbedingt notwendig.

Was sind die Ursachen für Parodontitis?

Als Hauptursache für Parodontitis ist eine mangelhafte Mundhygiene zu nennen. Selbst bei regelmäßigem Zähneputzen ist die Erkrankung jedoch nicht auszuschließen. Professionelle Zahnreinigungen und die Nutzung von Zahnseide und Zahnzwischenraum-Bürsten können das Risiko minimieren. Insbesondere Raucher sollten eine intensive Zahn- und Mundpflege durchführen, da sie besonders gefährdet sind.

Auch genetische Faktoren können eine Ursache für Parodontitis darstellen. Ein Gen-Test, bei dem ein Abstrich der Mundschleimhaut vorgenommen wird, ermöglicht eine Prüfung des Risikos. Ist der Test positiv, sollten die Patienten besonderen Wert auf Mundhygiene legen. Hinzu kommen stressbedingte Verschlimmerungen des Krankheitsverlaufs. Da die Krankheit schubweise verläuft, kann Stress neue starke Schübe auslösen und die Erkrankung verschlimmern.

Wie wird Parodontitis behandelt?

Die Behandlung von Parodontitis ist je nach Schwere der Erkrankung unterschiedlich kompliziert. Der erste Schritt zur Behandlung ist eine umfassende Analyse des aktuellen Zustandes. Dazu gehört eine Beurteilung des Gebisszustands, der Fortschritt der Zahnlockerung, der Mundhygiene und die Messung des Zahnfleischrückgangs. Liegt eine umfassende Analyse vor, kann die zweite Phase der Behandlung eingeläutet werden. Hierbei erfolgt eine gründliche Reinigung der Zähne von zuhause. Das bedeutet jedoch nicht nur regelmäßiges Zähneputzen. Auch die Nutzung von Zahnseide und Bürsten zur Reinigung der Zahnzwischenräume ist wichtig.

Zusätzlich wird eine Plaque-Entfernung durch eine professionelle Zahnreinigung in einer Zahnarztpraxis vorgenommen. Dabei werden der Zahn und das Zahnfleisch, insbesondere am Saum, gründlich gesäubert. Zusätzlich müssen alle Füllungen, auch die der Wurzeln neu gelegt werden und angegriffene Zähne gezogen werden. So wird das Risiko eines Wiederbefalls minimiert. Zusätzlich werden die Zahnhälse, die von Zahnfleisch bedeckt sind, mit Ultraschall oder einem Laser von Plaque-Teilchen befreit.

In besonders schweren Fällen ist die Behandlung jedoch weitaus komplizierter. Hierbei muss ein Spezialist für Zahnfleischerkrankungen eine sogenannte Zahnfleischlappenoperation durchführen. Mit einem chirurgischen Eingriff legt der Arzt einen Zugang zur Zahnwurzel. So erfolgt eine Säuberung direkt an der Wurzel, wo der Arzt mit einer normalen äußeren Säuberung nicht herankommen würde.

Neben der einfachen Reinigung und der Operation werden Spülungen für den Mund verabreicht, die Parodontitis-Keime gezielt abtöten und so einen erneuten Befall verhindern sollen. Bei aggressiv voranschreitenden Krankheitsbildern wird auch die Einnahme von Antibiotika empfohlen.

Vorsicht ist besser als Nachsicht

Die Behandlung einer aggressiven Parodontitis ist sehr langwierig und kompliziert. Deshalb gilt, eigentlich wie bei jeder Erkrankung, es gar nicht so weit kommen zu lassen. Das bedeutet, dass die bereits angesprochene gründliche Zahnhygiene mit Zahnbürste, Zahnseide und Bürste für Zahnzwischenräume erfolgen muss. Auch Beläge auf der Zunge sollten gewissenhaft entfernt werden. Dies kann entweder mit entsprechenden Bürsten oder einem Zungenschaber erfolgen, den es in jedem Drogeriemarkt oder in de Apotheke günstig zu kaufen gibt.

Alle drei bis sechs Monate sollte eine professionelle Zahnreinigung beim Zahnarzt erfolgen. Dort kann auch gleich eine Bestandsaufnahme gemacht werden. Diese Intervalle sollten während Zeiträumen, in denen der Patient besonderen Risiken ausgesetzt ist, verkürzt werden, beispielsweise bei viel Stress. Eine relativ neue Methode zur Parodontitis-Prophylaxe ist die Verabreichung von sogenannten BLIS. BLIS ist die englische Abkürzung für bacteriocin like inhibitory substances und beschreibt kleine Moleküle aus Eiweiß, die antibiotische Eigenschaften besitzen und deshalb nicht nur Parodontitis, sondern auch Karies verhindern können.

Um die hohen Folgekosten, die Parodontitis aufgrund von Zahnverlust nach sich ziehen kann, zu vermeiden, sollte die Prophylaxe gewissenhaft durchgeführt werden. So werden die Risiken minimiert und eine Parodontitis kommt gar nicht erst zustande.

Verfasst von Keyvan Haghighat Mehr

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