Zahnweiss RSS Feed Facebook ZahnweissInfo

Rauchen und das Zahnfleisch

Welche Auswirkungen hat das Rauchen?

Dass Rauchen der Gesundheit schadet, dürfte hinlänglich bekannt sein. Dass man davon gelbe Zähne bekommt, auch. Dass das Rauchen aber auch schädliche Auswirkungen auf das Zahnfleisch hat, machen sich die wenigsten bewusst. Doch hätten Sie vermutet, dass auch passives Rauchen das Zahnfleisch schädigt?

Rauchen Zahnfleisch

Die Aufdrucke auf den Zigarettenschachteln sind deutlich genug: „Rauchen gefährdet Ihre Gesundheit“. Das weiß man mittlerweile, und Raucher akzeptieren das. Doch was geschieht wirklich beim Rauchen und inwiefern betrifft dies das Zahnfleisch?

Rauchen gefährdet Ihre Zahngesundheit

Die Aufnahme der Schadstoffe erfolgt auf zwei Wegen in den Körper und damit auch in das Zahnfleisch: direkt und indirekt. Der Qualm streift zunächst über die Mundschleimhäute und legt sich auch auf diesen ab. Die Schleimhäute nehmen die darin enthaltenen Stoffe auf und leiten sie in die Blutbahn. Auf dem indirekten Weg werden die eingeatmeten Schadstoffe in die Lunge transportiert und gelangen von dort aus ebenfalls in die Blutbahn.

Zu diesen Stoffen gehört auch das Nervengift Nikotin. Es gelangt also sowohl direkt in die Mundschleimhäute als auch indirekt über die Blutversorgung und löst im Körper eine wahre Kettenreaktion von Störungen aus. Weitere Schadstoffe, mit denen die Schleimhäute direkt in Kontakt kommen, sind vor allem Kondensat (umgangssprachlich Teer) und Kohlenstoffmonoxid (CO), aber auch Cadmium und Benzol und vereinzelt Pollonium. Ein grober Überblick über die Folgen: Nikotin verursacht Durchblutungsstörungen, Kohlenmonoxid führt zu Sauerstoffmangel im Gewebe, Pollonoium verursacht Krebs. Diese Schädigungen wirken sich natürlich auch auf die Zahngesundheit aus.

Studien belegen, dass die Gefahren nicht nur den Raucher selbst betreffen, sondern auch den Passivraucher. Denn der Zigarettenqualm und vor allem die ausgeatmete Luft eines Rauchers enthalten ebenfalls eine Menge Schadstoffe. Und die nimmt der Passivraucher beim Einatmen in seinen Körper auf.

Dauervergiftung mit fatalen Folgen

Die häufige Zufuhr dieser Schadstoffe ist nichts anderes als eine dauerhafte Vergiftung. Die Folgen sind katastrophal, vor allem, wenn man sie nicht isoliert betrachtet, sondern in ihren vielfältigen Wechselbeziehungen.

  • Durchblutungsstörungen
  • Das beim Rauchen aufgenommene Nikotin vermindert die Durchblutung. In der Folge stirbt das dauerhaft nicht durchblutete Gewebe ab. Drastisches Beispiel ist das Raucherbein. Doch das gleiche geschieht auch mit dem Zahnfleisch, das ja ebenfalls durchblutet werden muss. Dies hat jedoch eine Menge weiterer Folgen.

  • Graue Haut
  • Eine Folge der mangelhaften Durchblutung ist die graue Hautfarbe. Während eine gesunde, gut durchblutete Haut rosa schimmert, ist die äußere Haut (Gesicht etc) eines Rauchers eher grau. Diese Hautverfärbung kann man auch beim Zahnfleisch von Rauchern beobachten.

  • Gestörter Speichelfluss
  • Durch die mangelhafte Durchblutung wird der Speichelfluss reduziert. Speichel hat eine Schutzfunktion und dient unter anderem dazu, den Zähnen Fluorid zuzuführen und Bakterien abzutransportieren. Umgekehrt führt mangelhafter Speichelfluss (Xerostomie) zu Mundgeruch, Karies, Fluoridmangel und Zahnfleischentzündungen.

  • Gestörter Stoffwechsel
  • Das Nikotin stört den Stoffwechsel nachhaltig. Die Produktion bestimmter Eiweiße wird eingeschränkt oder sogar ganz eingestellt.
    Gewebeschäden: Da bestimmte Stoffe nicht mehr ausreichend oder gar nicht mehr hergestellt werden können, kann der Körper Gewebeschäden nicht mehr ausreichend reparieren.

  • Schwächung des Immunsystems
  • Durch die Verengung der Blutgefäße sinkt auch die Abwehrkraft des Immunsystems.
    Zahnfleischentzündungen: Davon ist auch das Zahnfleisch betroffen. Zahnfleischentzündungen (Gingvitis) sind die Folge.

  • Parodontitis
  • Rauchen fördert Entzündungen des Zahnhalteapparates. Diese Parodontitis, umgangssprachlich auch Parodontose genannt, birgt auf Dauer die Gefahr, dass die Zähne ausfallen. Dazu ein paar erschreckende Zahlen:

    • Das Parodontitis-Risiko ist bei Rauchern fünf bis sechs Mal höher als beim Durchschnitt: Bei etwa einer halben Schachtel Zigaretten pro Tag steigt das Risiko auf das Dreifache, bei anderthalb Schachteln sogar auf das Sechsfache.
    • Über 27 Prozent der Raucher zwischen 35 und 44 Jahren leiden sogar an einer schweren Parodontitis.
    • 90 Prozent aller erfolglos behandelten Parodontitis-Fälle sind Raucher.

    Übrigens: Parodontitis ist ansteckend und kann über Tröpfcheninfektion, also zum Beispiel beim Küssen oder bei der gemeinsamen Verwendung von Geschirr, übertragen werden. Auch dadurch werden also Nichtraucher durch den Zigarettenkonsum ihrer Mitmenschen in ihrer Gesundheit gefährdet.

    Und noch ein Hinweis: Da bei Rauchern die Blutgefäße verengt sind, kommt es auch weniger häufig zu Zahnfleischbluten. Doch was zunächst gut klingt, hat leider fatale Folgen: Damit fehlt auch das Alarmzeichen für Parodontitis.

    Doch es gibt auch eine gute Nachricht: Wer mit dem Rauchen aufhört, kann bereits nach etwa einem halben Jahr auf die gleichen Heilungschancen bei Parodontitis hoffen wie ein Nichtraucher.

  • Zahnausfall
  • Parodontitis und Gingvitis sowie die mangelhafte Versorgung des Zahnes selbst mit Sauerstoff und Nährstoffen erhöhen das Risiko, dass Zähne ausfallen. Dieses Risiko ist bei Rauchern 15-fach höher.

  • Schlechte Wundheilung
  • Bei kieferchirurgischen Eingriffen und nach einer Extraktion, also wenn ein Zahn gezogen wurde, heilen die Wunden wesentlich schlechter.

  • Probleme bei der Versorgung mit Implantaten
  • Die Zahnfleischprobleme und die gestörte Wundheilung erschweren bei Rauchern auch die Versorgung mit Implantaten.

Tipps für (Weiter-)Raucher

Wenn Sie Raucher sind und all diese Informationen Sie dennoch nicht bewegen können, den Zigarettenkonsum zu reduzieren oder ganz einzustellen, sollten Sie zumindest die folgenden Tipps beherzigen:

  • Gehen Sie regelmäßig (mindestens zwei Mal jährlich) zum Zahnarzt.
  • Putzen Sie Ihre Zähne regelmäßig, mindestens zweimal täglich nach den Mahlzeiten.
  • Verwenden Sie eine weiche Zahnbürste. Damit verringern Sie Zahnfleischreizungen und Zahnfleischbluten.
  • Putzen Sie richtig.
  • Reinigen Sie auch mit der gegebenen Sorgfalt und Vorsicht die Zahnzwischenräume (Interdentalbürste, Zahnband oder Zahnseide)
  • Verwenden Sie unterstützend eine Mundspülung.
  • Lassen Sie Zahnbeläge und Zahnstein regelmäßig entfernen. Auch wenn es etwas teurer ist, sollten Sie sich dabei für eine professionelle Zahnreinigung entscheiden.
  • Verzichten Sie für die Dauer einer Behandlungszeit (Extraktion, Parodontose-Behandlung) möglichst auf das Rauchen, um die Behandlung zu unterstützen und die Wundheilung zu verbessern.
  • Achten Sie bei der Ernährung auch auf die verstärkte Zufuhr von Vitamin C zur Unterstützung der Zahnfleischheilung.
Sie können ganz unten einen Kommentar schreiben.

2 Kommentare zu

Rauchen und das Zahnfleisch

  1. Luna sagt:

    Hallo,

    Ich muss sagen ich fand es auch nicht witzig, als mein Zahnarzt fragte, ob ich Zahnfleischbluten habe und ich „nein“ sagte. Er meinte dann trocken: „Rauchfleisch blutet auch nicht!“

  2. W. H. sagt:

    Ich wusste natürlich das Rauchen für die Zähne nicht wirklich gut ist, aber wenn ich lese, wie schädlich es wirklich ist, wird mir ganz anders!

    Willi

Kommentar schreiben

Durch die weitere Verwendung dieser Seite stimmen Sie automatisch der Benutzung von Cookies zu. Weitere Informationen

Diese Webseite nutzt Cookies, um Ihnen das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn Sie diese Website ohne Änderung Ihrer Cookie-Einstellungen weiterverwenden oder auf "Akzeptieren" klicken, erklären Sie sich damit einverstanden.

Schließen