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Zahnarztangst: Was tun bei Angst vorm Zahnarzt?

Der richtige Zahnarzt für Angstpatienten

Eine hygienische Mundflora und gesunde Zähne sind selbst heutzutage noch keine Selbstverständlichkeit. Unregelmäßiges Zähneputzen führt zu Infektionen der Zähne und Zahnfleisch. Karies, der Befall der Zähne, und Parodontitis, eine Zahnfleischerkrankung, sind häufig der Grund für starke Schmerzen und ein Verfaulen der Zähne. Ohne entsprechende Behandlung sterben die Zähne ab und fallen im schlimmsten Fall einfach heraus.

Zahnarztangst

Ein Zahnarzt hätte die Zähne retten können. Doch viele Menschen haben Angst davor, sich beim Zahnarzt behandeln zu lassen. Diese sogenannte Zahnarztangst kann sich zu einer schlimmen Phobie entwickeln, die dazu führt, dass selbst bei starken Schmerzen, kein Arzt aufgesucht wird.

Zwei Formen von Angstzuständen sind zu unterscheiden

Zahnarztangst ist jedoch nicht gleich Zahnarztangst. Experten unterscheiden hier zwischen zwei Formen. Die weniger starke Form von Angst ist die Zahnbehandlungsangst, von der rund 65 Prozent der Bevölkerung betroffen sind. Man spricht hier zwar bereits von einer Angst – Angst vor Schmerzen oder Angst vor unvorhergesehen Ereignissen während der Behandlung – doch nichts Krankhaftes.

Diese Angst kann sich jedoch zu einer echten Zahnarztphobie entwickeln. Genaue Zahlen zur Verbreitung dieser Phobie gibt es nicht. Experten schätzen jedoch, dass 5 bis 20 Prozent an diesen Angstzuständen leiden. Patienten, die diese Phobie besitzen, gehen nicht mehr oder sehr selten zum Zahnarzt. Die Frage, die sich stellt, ist, woher diese Ängste kommen.

Woher kommt die Angst vorm Zahnarzt?

Die Angst vor dem Zahnarzt ist eine weitverbreitete „Krankheit“. Meist ist diese Angst jedoch nicht seit Geburt vorhanden. Vielmehr sind die gemachten Erfahrungen daran schuld, dass ein Patient, der für eine Untersuchung und Behandlung der Zähne dringen einen Zahnarzt aufsuchen müsste, den Besuch einer Praxis vermeidet.

So sind beispielsweise starke Schmerzen bei einer vorangegangenen Behandlung ein Grund dafür. Dabei spielt es keine Rolle, ob es eine Möglichkeit gibt, den Arzt zu wechseln, vielmehr handelt es sich dann um eine generelle Angst vor der Behandlung, nicht vor dem Arzt.

Auch wenn der Patient selbst keine schlimmen Erfahrungen gemacht hat, kann es zu Angstzuständen kommen. Der Mensch ist beispielsweise sehr empfänglich für Erzählungen und Empfehlungen von Familienmitgliedern, Freunden oder Arbeitskollegen. Hört er von Bekannten, dass die Behandlung bei Zahnarzt ein „Horrorerlebnis“ war, projiziert er diese Geschichten auf sein eigenes Ich und entwickelt eine starke Angst, ohne das Erzählte selbst erlebt zu haben.

Angst vor dem Unbekannten

Neben den erwähnten Faktoren ist vor allem die Unsicherheit des Patienten, ein Grund dafür, dass er oder sie den Besuch beim Arzt vermeidet. Ist beispielsweise eine Wurzelbehandlung nötig, fühlt sich der Patient dahingehend unsicher, weil er nicht weiß, was bei der Behandlung auf ihn zukommt.

Was ist eine Wurzelbehandlung überhaupt? Wie sieht die Betäubung aus? Ist die Behandlung schmerzhaft? Wie lange dauert die Behandlung und bin ich danach direkt wieder arbeitsfähig? Das alles sind Fragen, die sich ein Patient stellen könnte und auf die er oft keine Antwort weiß. Eine Unsicherheit, die zu einer ausgewachsenen Angst führen kann.

Erschwerend kommt hinzu, dass der Patient die Situation nicht kontrolliert. Er kann und darf während der Behandlung nur auf dem Zahnarztstuhl sitzen und muss die Behandlung über sich ergehen lassen. Ein Gefühl der Auslieferung macht sich breit. Oft ist das auch die Schuld des behandelnden Arztes oder der Mitarbeiter. Die Ängste werden abgetan und belächelt. Ebenfalls ein Grund sich miserabel und nicht verstanden zu fühlen. Mit der Angst steht man nun alleine da.

Was können Sie gegen die Zahnarztangst tun?

Leiden Sie unter einer Zahnarztphobie, sollten Sie sich nicht mit diesem Zustand abfinden. Denn der regelmäßige Gang zum Zahnarzt bedeutet, dass Sie Zahn- und Zahnfleischerkrankungen vorbeugen und frühzeitig erkennen können und einer langwierigen und mitunter schmerzhaften Behandlung aus dem Weg gehen.

Um dieser Angst entgegentreten zu können, ist die Wahl des Zahnarztes entscheidend. Denn ein Arzt, der sich nicht mit Ihrer Phobie auseinandersetzt, Sie versteht und versucht Ihnen die Angst zu nehmen, ist nicht für Sie geeignet. Glücklicherweise gibt es genügend Zahnärzte, die sich auf Patienten mit Zahnarztphobie spezialisiert haben.

Sie bringen nicht nur die nötige Expertise und das Einfühlungsvermögen mit, das nötig ist, um eine korrekte und möglichst angstfreie Behandlung zu ermöglichen, sondern nutzen auch besondere Techniken und vor allem Anästhesieverfahren. Denn eventuell ist eine Behandlung mit einer Vollnarkose für Sie eher zu ertragen, als mit einer örtlichen Betäubung.

Vorbesprechung für mehr Vertrauen

Ein einführendes Gespräch ohne eigentliche Behandlung ist der maßgebende Erfolgsfaktor für Ihre Behandlung. In diesem Gespräch klärt der Arzt Sie über den Ablauf der Behandlung auf. Sie erfahren genau, was gemacht wird beziehungsweise was gemacht werden soll und erfahren ein wenig Hintergrundwissen über die genutzten Techniken. So fühlen Sie sich weniger stark ausgeliefert und können sich besser auf die Behandlung einlassen. Ihr Selbstwertgefühl wird gestärkt, indem Ihre Erkrankung, die Zahnarztphobie, nicht belächelt, sondern Ernst genommen wird.

Narkose als Lösung für schwere Fälle

Viele Patienten mit Zahnarztphobie geben an, dass sie mit einer Narkose eher den Schritt zu einer Behandlung wagen würden. Die Narkosetechnik ist heutzutage bereits sehr sicher und ist damit ideal, um eine angst- und schmerzfreie Behandlung zu ermöglichen.

Dennoch sollten Sie bedenken, dass die Kosten der Narkose nur selten von der Krankenkasse übernommen werden. Eine zahnärztliche Behandlung unter Vollnarkose kann mitunter sehr teuer sein, da sie nicht vom Zahnarzt selbst, sondern von einem Anästhesisten durchgeführt wird. Das bedeutet für Sie, dass Sie im Grunde genommen gleich zwei Ärzte bezahlen müssen. Die Kosten der Narkose liegen in Deutschland zwischen 400 und 600 Euro.

Denkbar wäre jedoch auch ein Dämmerschlaf. Im Dämmerschlaf sind Sie zwar wach, nehmen Ihre Umgebung und somit die Behandlung nur indirekt wahr. Wenn Sie sich mit dieser Betäubungsmöglichkeit anfreunden können, können Sie die Kosten auf rund 300 Euro senken.

Andere Betäubungsmöglichkeiten sind weniger gut geeignet. Hypnose beispielsweise funktioniert nur, wenn sich der Patient darauf einlassen und vor allem entspannen kann. Da Sie als Patient mit Zahnarztphobie große Angst vor dem Eingriff haben, ist Entspannung nur schwer möglich. Die Folge: Die Hypnose schlägt nicht an.

Der richtige Zahnarzt kann Wunder bewirken

Zahnarztphobie ist eine Erkrankung, die nicht nur von Ihnen, sondern auch und vor allem von Ihrem Zahnarzt Ernst genommen werden muss. Nur dann ist eine erfolgreiche Behandlung möglich, sodass Sie trotz Ihrer Phobie mit einem schönen Lächeln und gesunden Zähnen unterwegs sind.

Verfasst von Keyvan Haghighat Mehr

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