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Zahnimplantate in schwierigen Situationen

Was tun, wenn zu wenig Substanz vorhanden ist?

In Deutschland werden pro Jahr etwa eine Million Zahnimplantate eingesetzt, meist mit einer Verlustrate von unter 5 %. Trotzdem gibt es Patienten, bei denen eine Implantation nicht möglich ist, weil zu wenig Knochen vorhanden ist um das Implantat fest zu verankern.

Zahnimplantate Problemsituationen

In diesem Fall muss vor der Implantierung das Knochenmaterial aufgebaut werden. Grundsätzlich gilt, dass eine Verbreiterung des Knochens einfacher ist, als eine Erhöhung und in beiden Fällen muss unterschiedlich vorgegangen werden.

Trotz des ständigen Fortschritts in diesem Bereich muss bei der Zahnersatzplanung der Umstand mit einbezogen werden, dass der aufgebaute Knochen nicht die gleiche Qualität mitbringt, wie der natürliche Knochen, d.h. die Belastung, die auf diesen Zahn wirkt, muss deutlich geringer gehalten werden.

Knochenanlagerung

Ist der Anteil des Knochens, der fehlt gering, kann das Material, das beim Einbringen des Implantates frei wird, verwendet werden. Oftmals wird dieses mit synthetischem Knochenersatzmaterial vermischt und durch Spezialfolien an die betreffende Stelle aufgebracht.

Diese sind so konstruiert, dass sie vom Körper abgebaut werden und können am Einbringort verbleiben. Das ist die schonendste Möglichkeit des Knochenaufbaus, kann aber leider nur geringe Verluste ausgleichen.

Knochenspreizung und -spaltung

Ist der Kiefer zu schmal, kann durch spezielle Geräte der Knochen am Implantatort aufgespreizt oder sogar gesplittet werden, um das Einbringen des Implantats zu ermöglichen. Hierbei wird mit speziellen Fräsen und Sägen der Knochen so präpariert, dass das Implantat eingesetzt werden kann.

Die entstehenden Lücken werden mit Knochenpartikeln oder Knochenersatzmaterialien aufgefüllt und durch eine Membran geschützt. Hier ist eine vollständige Heilung vor der Belastung absolut unabdingbar, da sonst das große Risiko eines Knochenverlustes gegeben ist.

Knochentransplantation

Ist der Knochen deutlich zu schmal oder zu niedrig kann nur eine Knochentransplantation weiterhelfen. Hierbei wird aus dem Unterkieferast oder dem Beckenkamm ein Stück Knochen entnommen, an der betreffenden Stelle eingesetzt und mit kleinen Schräubchen fixiert.

Die Wunde wird mit Membranen geschützt und eine Ausheilphase ist zwingend notwendig, bevor das Implantat eingesetzt werden kann. Wird hier zu früh nachoperiert, kann für die entsprechende Stabilität nicht garantiert werden.

Weitere Möglichkeiten bei besonders schwierigen Fällen

Etwas aufwendigere Mittel, die nur in schwierigen Fällen eingesetzt werden, sind die Distraktionsosteogenese, der Sinuslift und die Hohlraumtechnik. Alle drei Techniken machen sich den Umstand zu Nutze, dass Knochen an Bruchstellen durch Neubildung ausheilen können.

Die Distraktionsosteogenese bedient sich einer Schraube, die den Knochen in zwei Teile spaltet. Dieser Spalt wird jeden Tag millimeterweise verbreitert, so dass sich im Zwischenraum neues Knochenmaterial bilden kann. Der Erfolg kann bis zu 10 mm in zwölf Wochen betragen.

Der Sinuslift wird hauptsächlich im Oberkiefer angewendet und verspricht gute Erfolge für das Einbringen von Implantaten an Stellen, an denen der Knochen meist nicht hoch genug ist.

Die Hohlraumtechnik baut darauf, dass entstandene Hohlräume vom Körper geschlossen werden. So wird hier an Stellen, wo ein Implantat gesetzt werden soll, aber nicht genug Knochen vorhanden ist, ein Hohlraum geschaffen, der vom Körper mit Knochenmaterial gefüllt wird.

Schwierigkeiten überwinden

Dank modernster Wissenschaft entwickelt sich die Implantologie in rasantem Tempo weiter und bietet daher immer mehr Möglichkeiten. Heutzutage sind Implantate unter Voraussetzungen realisierbar, bei denen vor zehn Jahren der Experte noch mitleidig den Kopf geschüttelt hätte. Maßnahmen Knochen aufzubauen gibt es genug, der behandelnde Zahnarzt muss nur die richtige auswählen.

Verfasst von Nina Hasiwa

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