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Zahnschmerzen und Kieferschmerzen: Ursachen und Behandlung

Entstehung und Behandlung von Zahnschmerzen

Schmerzen sind eine unangenehme Sache. Doch an fast keiner anderen Stelle, sind Schmerzen so stark wie an den Zähnen. Und nicht umsonst werden Zahnschmerzen von Experten auf der Schmerzskala ganz oben eingeordnet. Grund dafür ist die Empfindlichkeit des Zahnnervs. Ist dieser auch nur leicht gereizt, kann dass zu schlimmen Auswirkungen führen.

Zahnschmerzen

Aus diesem Grund sind Menschen, die unter Zahnschmerzen leiden, in allen Lebensbereichen eingeschränkt. Noch schlimmer wird es, wenn auch der Kiefer von den Schmerzen betroffen ist. Nicht nur starke Schwellungen, sondern auch eingeschränkte Kau- und Sprechfähigkeit sind die Folge. Meist hilft nur noch der Besuch beim Zahnarzt oder Kieferchirurg, um den Schmerzen Herr zu werden.

Anatomie des Zahns – ein Exkurs

Wie anfangs erwähnt sind Zahnschmerzen, die auch auf den Kiefer übergehen, auf eine Reizung des Zahnnervs zurückzuführen. Ist der Nerv einmal durch eine Infektion oder Ähnliches betroffen, ist die Behandlung meist schwierig. Das ist im grundsätzlichen Aufbau eines Zahnes begründet. Der sichtbare Teil des Zahns ist nämlich nur die Spitze des Eisbergs. Infektionen, beispielsweise Karies, können dort relativ leicht behandelt werden. Ist allerdings der Teil betroffen, der unter dem Zahnfleisch oder sogar im Kieferknochen liegt, wird die Behandlung sehr viel schwerer.

Der Nerv liegt nämlich nicht frei, sondern im Inneren des Zahns. Geschützt ist er dabei von zwei Schichten. Das Zahnmark liegt direkt um den Nerv herum. Der sehr viel härtere Zahnschmelz bildet di äußerste sichtbare Schicht. Die Zahnwurzel wiederrum ist tief im Kieferknochen eingegraben und von Gewebe umgeben. Das bedeutet, dass ein entzündeter Nerv, eine beziehungsweise mehrere zerstörte Außenschichten bedeutet. Da es sich nicht nur um eine äußere Erkrankung des Zahns handelt, ist die Behandlung entsprechend aufwendig.

Ursachen für Zahn- und Kieferschmerzen

Die Tatsache, dass der Zahn-Nerv gereizt ist, kann unterschiedliche Ursachen haben. So sind beispielsweise viele Menschen sehr kälte- oder hitzeempfindlich. Eine heiße Tasse Kaffee am Morgen oder ein leckeres Eis zu genießen ist meist nicht möglich. Grund dafür sind in der Regel freiliegende Zahnhälse. Diese sind im Normalfall durch das Zahnfleisch bedeckt und von Zahnmark und –schmelz umgeben. Ist dies nicht der Fall, kann die kalte oder heiße Flüssigkeit durch kleine Kanäle bis zum Nerv gelangen und ihn angreifen. Da dieser sehr empfindlich ist, reagiert er mit Schmerz. Diese Art von Schmerz klingt allerdings schnell wieder ab. Dennoch bedeuten freiliegende Zahnhälse bereits eine signifikante Einschränkung der Lebensqualität.

Hohe Empfindlichkeit gegen süße Speise mit viel Zucker ist jedoch bereits ein Zeichen von Karies, eine Erkrankung des Zahns, der ihn verfaulen lässt. Ein von Karies betroffener Zahn reagiert nämlich auf Zucker. Erfolgt keine Behandlung, wütet der Karies immer weiter und lässt den Zahn letztendlich absterben, sodass dieser, beziehungsweise die Reste vom Zahn, nur noch gezogen werden kann. Auch eine undichte Füllung kann Karies verursachen. Problemtisch wird es hier, sobald in die kleinen Nischen Essenreste gelangen, die mit einer Zahnbürste nicht erreicht werden. Verbleiben diese Reste lange genug an Ort und Stelle kann ebenfalls Karies entstehen oder auch heiße und kalte Lebensmittel direkt zum Nerv gelangen.

Während eine Karieserkrankung oder hitze- und kälteempfindlich als Ursache schnell erkannt ist, sind Kieferschmerzen schwerer zu ergründen. So kann beispielsweise eine Parodontitis der Grund dafür sein. Diese Erkrankung entwickelt sich meist aus einer unerkannten Gingivitis. Hierbei entzündet sich erst nur das Zahnfleisch. Blutungen beim Zähneputzen und Schwellungen des Zahnfleischs sind erste Anzeichen dafür. Bleibt diese Entzündung unerkannt, kann auch das umliegende Gewebe und sogar der Kieferknochen und die Zahnwurzel betroffen sein. Eine Ablösung des Zahnfleischs vom Zahn ist die Folge. Schlimme Schmerzen und Zahnausfall sind die Folge.

Auch kann Druck generell eine Ursache für Schmerzen sein. Träg der Patient beispielsweise eine Prothese oder anderen Zahnersatz und sitzt dieser nicht optimal, entstehen Druckstellen. Diese können mit der Zeit zu Entzündungen, zu einem gereizten Zahnnerv und damit zu Schmerzen führen. Auch nächtliches unbemerktes Zähneknirschen oder falsch gewachsene Zähne können diesen Effekt auslösen.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Generell lassen sich zwischen einer Behandlung durch einen qualifizierten Zahnarzt oder einer Selbstbehandlung unterscheiden. Die Behandlung durch den Patienten selbst ist jedoch nur in einem Stadium möglich, in dem noch keine tiefgreifende Entzündung des Nervs oder der Zahnoberfläche durch Karies vorliegt. Bei freiliegenden Zahnhälsen beispielsweise konnte mit rezeptfreien Pasten oder besonderen Zahncremes ein Schutz aufgebaut werden, der die Zähne unempfindlicher macht. Kleinere Entzündungen beispielsweise eine Gingivitis kann auch durch bekannte Hausmittel bekämpft werden. So ist beispielweise das Kauen von Nelken sehr effektiv. Sie sondern einen natürlichen Stoff ab, der Entzündungen und Schmerzen lindern kann.

In fortgeschrittenem Stadium einer Entzündung ist jedoch immer, und zwar so schnell wie möglich, ein Arzt aufzusuchen, um der Erkrankung Einhalt zu gebieten. Unabhängig von der Behandlung, ist der beste Selbstschutz jedoch, es gar erst soweit kommen zu lassen. Regelmäßiges Zähneputzen, die Nutzung von Zahnseide und antibakteriellen Mundspülungen können helfen Schlimmeres zu verhindern. Und ein regelmäßiger Besuch beim Zahnarzt hilft zusätzlich, Erkrankungen schnell zu erkennen und rechtzeitig zu behandeln.

Verfasst von Keyvan Haghighat Mehr

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