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Zahnzusatzversicherung: Der ultimative Guide

Wie man sich die beste Zahnzusatzversicherung holt

Heutzutage kann man sich gegen alles versichern. Auch im Gesundheitsbereich. Was die gesetzlichen Krankenkassen nicht oder nicht mehr abdecken, kann man über eine Zusatzversicherung abdecken. Das gilt auch für Zahnprobleme.

Zahnzusatzversicherung

Nachdem die gesetzlichen Krankenkassen auch zahntechnische und zahnmedizinische Leistungen kaum noch abdecken, boomt der Markt der Zahnzusatzversicherungen. Doch wie sinnvoll sind diese wirklich? Was braucht man, und worauf sollte man achten? Unser ultimativer Guide hilft Ihnen, sich im Dschungel der Zahnzusatzversicherungen zurechtzufinden.

Eine Zusatzversicherung lohnt sich

Wer gesunde Zähne hat, macht sich meist keine Gedanken um Kosten für die Pflege oder gar für Reparaturen, Sanierungen, Ersatz und prothetische Versorgung. Doch spätestens, wenn kostenintensive Behandlungen anstehen und man sich aus Kostengründen für die Billigvariante entscheiden muss, ist guter Rat teuer und die Reue oft groß. Denn mit einer Zahnzusatzversicherung lässt sich langfristig gesehen sehr mehr Leistung für sehr viel weniger Geld realisieren.

Das haben auch die Versicherungsunternehmen erkannt, und der Markt an solchen Zusatzversicherungen boomt. Die Vielfalt an Angeboten und Tarife selbst bei nur einem Anbieter ist schon verwirrend genug. Ein objektiver Vergleich aller Angebote auf dem Markt ist schlicht unmöglich. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

Doch wie bei allen Versicherungen gilt es auch hier, die Spreu vom Weizen zu trennen. Was brauche ich, wann brauche ich es, was darf es kosten, und wie und wo finde ich den „richtigen“ Anbieter?

Lernen Sie bei uns den Versicherungsvergleich

Unser ultimativer Guide bietet Ihnen umfassende, neutrale Informationen rund ums Thema Zahnzusatzversicherung. Um es von Anfang an klar zu formulieren: Wir wollen Ihnen keine Versicherung aufschwatzen, und wir empfehlen auch keinen Versicherer. Die Qual der Wahl liegt letztlich bei Ihnen. Zahnzusatzversicherung VergleichWir hoffen, dass Sie mit den nachfolgenden Informationen eine für Sie gute Wahl treffen können.

Um überhaupt einmal einen Zugang zu dem Thema Zahnzusatzversicherung zu erhalten, sollte man sich zunächst einmal vor Augen halten, was die Gesetzliche Krankenkasse (GKV) überhaupt noch abdeckt. Es würde allerdings den Rahmen dieses Artikels sprengen, wenn wir den kompletten Leistungskatalog aufführen würden. Deshalb hier nur die groben Rahmenbedingungen:

  • Zahnersatz
  • Die gesetzlichen Krankenkassen (GKV) zahlen nur noch einen festen Zuschuss auf den Zahnersatz. Wie viel das im Einzelnen ist, wurde zum 1.1.2012 neu geregelt. Allerdings bleibt es Ihnen überlassen, für welche Art von Zahnersatz Sie ihn verwenden. Das klingt zunächst gut. Großes Aber: Egal wofür Sie sich entscheiden – alles, was über diesen Festbetrag hinausgeht, zahlen Sie selbst. Wer nur ein schmales Budget hat, muss mit einem einfachen Zahnersatz vorlieb nehmen. Wer besser betucht ist, leistet sich eine optisch ansprechendere Variante. So ist es kein Wunder, dass gelegentlich von einer Zwei-Klassen-Patientengesellschaft gesprochen wird.

  • Kieferorthopädische Behandlungen (KFO)
  • Für die kieferorthopädischen Behandlungen werden sogenannte Kieferorthopädische Indikationsgruppen (KIG) festgelegt. Insgesamt gibt es fünf solcher KIGs.

Die KIGs orientieren sich an der Schwere des Problems:

KIG Schweregrad der Zahnfehlstellung Behandlung Kostenübernahme
KIG 1 minimale Fehlstellung Korrekturen sind kosmetisch sinnvoll, aber nicht medizinisch notwendig Die GKV zahlt hierfür nicht, die PKV i.d.R. auch nicht. Die Kosten trägt der Patient.
KIG 2 leichte Zahnfehlstellung Behandlung kann medizinisch notwendig sein Die GKV zahlt dennoch nicht. Als Patient bleibt man auf den Kosten sitzen.
KIG 3 bis 5 schwere Zahnfehlstellungen Behandlung ist medizinisch notwendig Die GKV übernimmt die Kosten, allerdings nur für die Standard-Behandlung. Mehrkosten zahlt der Patient

Ab KIG 3 liegen schwere Zahnfehlstellungen vor. Und erst ab dieser KIG beteiligen sich die Gesetzlichen an den Kieferorthopädischen Maßnahmen. Für eine Zahnspange gibt es also erst ab KIG 3 einen Kostenzuschuss. „Zuschuss“ bedeutet, dass möglicherweise ein Restbetrag bleibt. Und genau den zahlen grundsätzlich zunächst einmal Sie selbst.

Die von der GKV nicht (mehr) abgedeckten Leistungen in den jeweiligen Bereichen Zahnbehandlung, Zahnersatz und Kieferorthopädische Behandlung müssen Sie also grundsätzlich zunächst einmal selbst tragen. Genau das ist Ihre Versicherungslücke, die Sie bei Bedarf und gegen entsprechendes Geld mit einer privaten Zahnzusatzversicherung schließen können.

Typische Fallen bei Zahnzusatzversicherungen

Vorsicht – Falle 1. Vertrauen Sie nicht blind!

Zusatzversicherung Zahn

Einige Gesetzliche Krankenkassen bieten ihren Mitgliedern eine zusätzliche Zahnversicherung an. Zumindest behaupten sie das. In Wirklichkeit vermitteln sie den Kunden an einen privaten Versicherungsdienstleister. Das ist in unseren Augen extrem unseriös. Erstens bieten die GKVen grundsätzlich keine Zahnzusatzversicherung an. Genau das ist ja die Ursache des ganzen Problems. Zweitens nutzen sie ihren Vertrauensbonus aus.

Denn ob die vermittelte Versicherung wirklich für Sie gut ist, müssen Sie selbst entscheiden, und zwar objektiv und nicht durch blindes Vertrauen nach dem Motto „Wenn‘s die Kasse empfiehlt…“. Ob hier sogar Provisionen gezahlt werden, darf man durchaus laut fragen. Ähnliches gilt übrigens für Empfehlungen Ihres Zahnarztes. Tipps und unverbindliche Infos sind ok. Vermittlungen „haben ein Geschmäckle“, wie man im Schwabenlande sagt.

Die einzelnen Leistungen der privaten Zahnzusatzversicherungen objektiv zu vergleichen, ist schier unmöglich. Sowohl die Aufnahmekriterien als auch die damit verbunden Prämien sowie die letztlich dafür gebotenen Leistungen sind fast bei jedem Anbieter anders zusammengestellt. Es gibt aber einige Kriterien, anhand derer Sie Ihren bevorzugten Anbieter überprüfen und ein Angebot mit einem anderen vergleichen können, um so das für Sie geeignete Paket herauszufiltern.

Die meisten der folgenden Kriterien werden bei den Angeboten und Aufnahmeanträgen auch abgefragt. Doch in den wenigsten Fällen werden die Hintergründe dieser Datenerhebungen genannt. Genau hier setzt unser Guide an. Wir zeigen Ihnen, was den Versicherer interessiert und warum er dies wissen will beziehungsweise wie sich dies möglicherweise auf Prämie und Leistungen auswirkt.

Vorsicht – Falle 2. Nicht schummeln!

Einige „besonders clevere“ freie Versicherungsvertreter raten hin und wieder, bei dem Ausfüllen der Anträge ein wenig zu schummeln, etwa eine Füllung oder einen bereits gezogenen Zahn zu „vergessen“, um so die Prämie zu senken oder eine höhere Leistung zu erhalten.

Doch Vorsicht: Wenn die Versicherung dahinterkommt, und das wird sie, da sie häufig einen Zahnartbericht anfordert, riskieren Sie im mindesten Fall Ihren Versicherungsschutz. Das Versicherungsunternehmen kann Ihnen in diesem Fall nämlich den Vertrag kündigen. Sie müssen dann möglicherweise die entsprechenden Zahnarztleistungen selbst bezahlen oder bereits vom Versicherer geleistete Zahlungen zurückerstatten. Im schlimmsten Fall drohen sogar juristische Konsequenzen. Also Finger weg von solchen windigen Tipps und Vertretern!

Das interessiert Ihren Versicherer

Die wichtigsten Aspekte aus dem Fragenkatalog

Zusatzversicherung

Rein nüchtern betrachtet ist eine Versicherung nichts anderes als ein ganz normales Geschäft. Der Versicherer als Unternehmer ist daran interessiert, viel zu verdienen, also möglichst hohe Einnahmen zu erzielen und möglichst wenig auszugeben. Genau dies ist der Hintergrund aller Fragen. Dieser Gesundheits-Check dient dazu, Sie als potenziellen Kunden zu bewerten. Anders ausgedrückt, will der Versicherer wissen: Welches Risiko geht er ein, wenn er Sie aufnimmt? Werden Sie möglichst lange einzahlen, ohne Leistungen zu fordern?

Oder besteht das Risiko, dass bereits nach wenigen Zahlungen die ersten Forderungen kommen, etwa eine Überkronung? Aus dem Abwägen dieses Risikos ergibt sich die Leistung beziehungsweise die für entsprechende Leistung geforderte Prämie. Es besteht also eine Dreiecks-Wechselbeziehung zwischen dem Risiko (nach Einschätzung der Versicherung), der gewünschten Absicherung (nach Wunsch des Verbrauchers) und der dafür geforderten Versicherungsprämie.

Die Grundregel lautet: Je höher das Risiko, dass der Versicherer viel zahlen muss, desto höher die Prämie

Regel 1: Je älter, desto teurer

Alter: Das Alter, manchmal auch indirekt abgefragt über das Geburtsdatum, ist bei allen privaten Versicherungen ein wichtiges Kriterium. Das gilt auch für die Zahnzusatzversicherungen. Dahinter steht die statistische Erkenntnis, dass die gesundheitlichen Probleme im Alter zunehmen. Dies gilt natürlich auch für die Zahngesundheit: Überkronungen, Brücken und Zahnersatz sind bei älteren Menschen wesentlich häufiger als bei jungen.

Für den Versicherer bedeutet dies ganz einfach, dass er bei einem älteren Menschen ein höheres Risiko eingeht als bei einem jüngeren. Die logische Folge: Je älter der zukünftige Kunde ist, desto teurer wird die Prämie. Denn ein junger Mensch zahlt noch lange ein, bringt also langfristig gesehen viel Geld in die Kasse, ein älterer wahrscheinlich nicht mehr.

Unser Tipp: Früh versichern

Je früher Sie sich versichern, desto geringer sind die Prämien, und desto mehr können Sie später herausschlagen.

Regel 2: Frauen zahlen mehr

Geschlecht: Auch das Geschlecht spielt eine wichtige Rolle. Aus statistischer Sicht sieht es zwar so aus, dass Frauen mehr auf ihre Gesundheit achten. Sie leben aber auch länger. Damit zahlen sie zwar länger ein, aber es fallen länger Zahnarztbehandlungen und damit Kosten an. Gerade im Alter wird die Versorgung ja meist intensiver.

Beides zusammen ergibt unterm Schnitt häufig für die Frauen einen Malus bei der Berechnung der Prämien, für die Männer einen Bonus. So verlangt ein süddeutscher Anbieter von einem 30-jährigen Mann knapp 30 Euro, von einer gleichaltrigen Frau für die gleichen Leistungen knapp 40 Euro – das sind 33 % mehr! Es gibt aber auch Versicherungen, bei denen die Prämie für beide Geschlechter gleich hoch ist.

Unser Tipp: Unisex-Tarif

Achten Sie als Frau darauf, dass Sie für die gleichen Leistungen nicht unbedingt mehr zahlen als ein Mann.

Regel 3: Gute Zähne, geringe Prämie

Zahngesundheit: Klare Sache: Schlechte Zähne werden eher früher als später zu umfangreichen zahnärztlichen Behandlungen führen. Je besser also der Zustand der Zähne ist, desto geringer ist auch das Risiko. Und das bedeutet ein geringere Prämie. Um das zu klären, fordert das Versicherungsunternehmen in der Regel von Ihrem Zahnarzt einen sogenannten zahnärztlichen Befundbericht an. Fehlende Zähne können dazu führen, dass Sie einen Zuschlag zahlen müssen. Es gibt andererseits aber auch Unternehmen, bei denen Sie sogar fehlende Zähne mitversichern können.

Unser Tipp: Betreiben Sie Informationspolitik!

Es gibt tatsächlich Versicherungsunternehmen, die keinen zahnärztlichen Befundbericht anfordern. Manche Unternehmen fragen auch nicht danach, wie umfangreich Sie bereits Zähne ersetzt haben, und wie alt dieser Zahnersatz ist. Wenn Ihnen dies wichtig ist, suchen Sie sich eine solche Versicherung. Generell gilt: Teilen Sie der Versicherung nur das Nötigste mit, also das, was sie wissen will. So gehen Sie auch nicht das Risiko ein, wegen falscher Angaben belangt zu werden (siehe oben).

Vorsicht – Falle 2. Fragenwirrwarr

Einige Unternehmen stellen ihre Fragen sehr verworren und unverständlich, so dass Sie schnell Gefahr laufen, eine falsche Angabe zu machen. Die möglichen Konsequenzen sind klar. Ob dies so gewollt ist, sei dahingestellt. Verzichten Sie entweder auf solche Verträge, oder lassen Sie sich die Frage erklären und halten Sie das schriftlich fest. Besser fahren Sie mit einem Clearment-Klarvertrag. Dieser enthält die AGBs und Tarifbeschreibung in einer für Laien verständlichen Sprache. Ob Ihr (zukünftiger) Versicherer solche Verträge anbietet, erfahren Sie z.B. beim Vermittler.

Regel 4: Erst zahlen, dann kassieren

Wie bei vielen anderen Versicherungen, so wird auch bei den Zahnzusatzversicherungen oft eine Sperrfrist definiert (Wartezeit). So kann es zu Beispiel sein, dass Sie die ersten acht Monate keine Leistungen aus der Versicherung beanspruchen können. Klar, dass Sie aber in dieser Zeit die Prämien zahlen müssen.

Bei anderen Unternehmen kann man dagegen nur bestimmte Leistungen beantragen, zum Beispiel für Zahnbehandlungen, aber nicht für Zahnersatz. Oder die Leistungen sind gestaffelt nach Anzahl der Mitgliedschaftsjahre oder ähnlichem. Oder in den ersten Jahren wird nur eine bestimmte Höchstsumme erstattet. Es gibt aber auch Unternehmen, die keine solchen Leistungsbegrenzungen setzen.

Unser Tipp: Sperrfrist optimal ausnutzen

Wägen Sie genau ab, ob Sie für die festgesetzte Wartezeit auf Leistungen verzichten können bzw. ob in diesem Zeitraum höchstens kleinere Behandlungen anfallen. Sprechen Sie mit Ihrem Zahnarzt, ob sich eine größere Behandlung entsprechend aufschieben lässt.

Regel 5: Der Versicherer kann ablehnen

Im Gegensatz zu der gesetzlichen Versicherung muss ein Privatversicherer Sie nicht aufnehmen. Das gilt auch für die Zahnzusatzversicherung. Wenn der Versicherer den Eindruck hat, dass er kein lohnendes Geschäft mit Ihnen machen kann, weil sie z.B. wahrscheinlich bereits in Kürze eine Komplettsanierung der Zähne benötigen, kostet ihn das mehr, als Sie bis dahin eingezahlt haben. Dann kann er Sie als Kunden ablehnen. Schließlich ist er Geschäftsmann.

Unser Tipp: Abwarten kann sich lohnen

Wenn Sie sich gerade in einer Zahnbehandlung befinden, sollten Sie mit dem Antrag noch warten, bis die Behandlung abgeschlossen ist. Der Versicherer fordert nämlich in der Regel einen Bericht von Ihrem Zahnarzt an (zahnärztlicher Befundbericht). Steht da drin, dass Sie nicht gerade die besten Zähne haben, besteht die Gefahr, dass das Versicherungsunternehmen Sie ablehnt.

Vorsicht – Falle 4. Private Krankenversicherung

Einige Versicherungsunternehmen beziehungsweise deren Vertreter und freie Versicherungsmakler versuchen, Sie aus der gesetzlichen in die private Krankenversicherung zu locken. Der Trick dabei: Die Zahnzusatzversicherung ist bereits darin enthalten beziehungsweise das Komplettpaket ist preiswerter als das die Kombination aus GKV und Zusatzversicherung. Doch Vorsicht! Der Weg in die PKV ist schnell getan, aber nicht so leicht wieder rückgängig zu machen. Er lohnt auch nicht für jeden, vor allem, wenn die Familie ebenfalls versichert werden muss.

Leistungen und Tarife einer Zahnversicherung

Soviel zu den grundsätzlichen Spielregeln. Nachdem diese grundlegenden Dinge geklärt sind, geht es ans Eingemachte, also an die eigentlichen Leistungen und die damit verbundenen Tarife.

Was können Sie überhaupt absichern, was ist davon empfehlenswert, und was darf das Ganze kosten? Genau das sind die Fragen, auf die es keine objektive Antwort gibt, da die Situation für jeden anders ist. Deshalb auch oft die Rede vom „maßgeschneiderten Angebot“. Nichtsdestotrotz gibt es aber auch Versicherungsunternehmen, die hier relativ wenig herumeiern und einigermaßen einheitliche Tarife für bestimmte Gruppen anbieten. Das ist für den Verbraucher zwar insgesamt überschaubarer, garantiert aber nicht, dass es für den Einzelfall optimal passt.

  • Zahnersatz
  • Hier ist es wichtig, möglichst viel herauszuschlagen, denn die Zahnersatzkosten können enorm sein. Im günstigsten Fall kommt man zusammen mit den Vorleistungen der GKV auf 100 % Erstattung. Mehr geht nicht. Weniger sehr wohl. Manche Unternehmen bieten gerade mal 30-40 %, und das bei relativ hohen Beiträgen. Achten Sie vor allem darauf, dass bei Implantaten auch der Knochenaufbau erstattet wird. Dieser Aspekt fällt häufig unter den Tisch, kann aber später erheblich ins Geld gehen.

  • Zahnerhalt
  • Die Zahnbehandlungskosten werden von den Versicherungsunternehmen sehr unterschiedlich erstattet. Die Spanne wird voll ausgeschöpft – von nichts (0 %) bis alles (100 %). Dabei gibt es sowohl recht preiswerte Tarife mit 100 % Kostenübernahme als auch teure Tarife mit 0 % Erstattung.

  • Professionelle Zahnreinigung
  • Über den Sinn und Zweck einer professionellen Zahnreinigung braucht man nicht zu streiten. Die GKV zahlt hierfür keinen Cent. Vorsorge ist wie so oft Privatvergnügen. Auch die Privaten sehen das nicht immer als erstattungswürdig an. Viele erstatten die Kosten allerdings auch bis zu 100 %. Einige Versicherer belohnen ihre Kunden sogar auch für regelmäßige PZR. So winkt ein Anbieter zum Beispiel mit einem doppelten Erstattungsanspruch, wenn für die letzten drei Jahre jeweils zwei professionelle Zahnreinigungen nachgewiesen werden.

  • Kieferorthopädische Behandlung
  • 50 % sind schon mal nicht schlecht und besser als nichts. Es gibt aber auch viele Anbieter, die 100 % erstatten, und das sogar bereits bei KIG 2, wo die GKV ja keinen müden Cent zusteuert. Bei einigen Anbietern gibt es allerdings auch Beschränkungen, z.B. ein bestimmter Höchstbetrag pro Kiefer oder pro Jahr. Einige Versicherer zahlen auch nur, wenn die GKV KEINE Vorleistungen erbringt.

  • Leistungsgrenzen/-sperren
  • Dieser Aspekt ist am undurchsichtigsten bzw. macht die Vergleiche am schwersten. Die Grenzen können sowohl zeitlich definiert werden als auch zahlenmäßig (siehe auch Regel 4). Die Grenzen können weiterhin auf bestimmte Bereiche festgelegt werden. Auch bei unbegrenzten Tarifen sollte man das Kleingedruckte lesen.

  • Schadensfreiheitsrabatt
  • Fast wie beim Auto – wer keine Leistungen in Anspruch nimmt oder zum Beispiel kleinere Rechnungen aus eigener Tasche begleicht, kann mit etwas Geschick Geld sparen, zum Beispiel in Form eines günstigeren Beitrags.

  • Zuschussregelung
  • Ganz wichtig bei der Auswahl der richtigen Zusatzversicherung für die Zähne ist die Frage, wie der jeweilige Zuschuss berechnet wird. Ein Zuschuss von 100 % auf die Regelleistung der GKV hört sich zunächst gut an, ist aber ein Fallstrick. Denn die Regelleistung ist eh schon gering, und das Doppelte davon reicht selten aus, die hohen Kosten abzudecken. Besser ist es, wenn der Versicherer einen bestimmten prozentualen Anteil der Rechnung erstattet. Zusammen mit der Regelleistung ist man damit sehr viel besser bedient. Wie hoch der prozentuale Anteil ist und welche Höchstgrenzen insgesamt oder für einen bestimmten Zeitraum gelten, müssen Sie sich genau anschauen und gegebenenfalls über die Prämie steuern.

Zahnzusatzversicherung für Kinder?

Eine wichtige Frage für viele Eltern: Macht eine solche Zusatzversicherung für Kinder Sinn? Und wenn ja, ab welchem Alter?

Aufgepasst bei Zahnspangen

Zahnzusatz

Aufgrund der bisher dargelegten Informationen, insbesondere im Zusammenhang mit der kieferorthopädischen Versorgung, macht eine Zahnzusatzversicherung für Kinder durchaus Sinn, denn die Zähne sind meist noch in Ordnung, und hinzu kommt das geringe Alter. Durch diese beiden Pluspunkte sind die Prämien recht gering und so gesehen eine gute Investition in die Zukunft. Klären Sie allerdings ab, ob auch eine Zahnspange abgedeckt ist, die möglicherweise auf das Kind (und Sie als Rechnungsempfänger) zukommt.

Allerdings sollten Sie hier mit etwas Fingerspitzengefühl vorgehen. Bescheinigt der Zahnarzt, dass in späteren Jahren eine Zahnspange ansteht, wird dem Kind eine Zahnfehlstellung attestiert (KIG 2 oder höher). Und das könnte den Versicherer hellhörig machen. Mögliches Ergebnis: höhere Prämie oder sogar Ablehnung. Außerdem wird durch eine solche Zahnarztbescheinigung bereits eine Behandlung angeraten – und die wird dann von der Versicherung nicht mehr abgedeckt.

Es gibt bereits sehr günstige Zahnzusatzversicherungen für Kinder, teilweise für wenige Euro. Doch meist ist dabei nur Zahnersatz eingeschlossen – und das kommt bei Kindern eher selten vor. Wer kieferorthopädische Behandlungen absichern will, muss etwas tiefer in die Tasche greifen.

Ab wann sollte ich mein Kind versichern?

Empfehlenswert ist der Abschluss einer Zahnversicherung für Kinder, sobald alle Milchzähne vorhanden sind, also etwa ab 3 Jahren. Dann kommt man auch in den Genuss von Erstattungen, die die GKV nur teilweise leistet, etwa die Fissurenversiegelung. Die GKV erstattet nur die Kosten für die Backenzähne 6 und 7 (Molaren), die privaten Versicherer zahlen auch für die davor liegenden Backenzähne (Prämolaren).

Dazu ein kleines Rechenbeispiel: Pro Zahn kostet diese Behandlung etwa 25 Euro, macht bei 8 Prämolaren ca. 200 Euro. Bei einem Jahresbeitrag von 100 bis 150 Euro und einer Erstattung von 100 % erhalten Sie also bereits mehr zurück, als Sie einbezahlt haben.

Schließen Sie dagegen die Versicherung erst nach dem 6. Lebensjahr des Kindes ab und ist zu diesem Zeitpunkt bereits absehbar, dass eine KFO-Behandlung ansteht, kann dies dazu führen, dass der Versicherer die Leistung ablehnt oder sogar den Vertrag kündigt – mit allen Konsequenzen.

Kleingedruckte lesen!

Bei den Konditionen ist wie so oft die Lupe für das Kleingedruckte erforderlich. Achten Sie darauf, dass der Versicherer nicht nur zahlt, wenn die GKV nichts zahlt, sondern dass auch die Mehrkosten in den Fällen übernommen werden, in denen die GKV nur den Standardbetrag erstattet (KIG 2). Andernfalls bleiben Sie auf diesen Kosten sitzen, und die können im Einzelfall recht hoch sein.

Eine Familienversicherung für die Zahnzusatzversicherung gibt es übrigens nicht. Wie bei jeder privaten Krankenversicherung muss hier jedes Familienmitglied einzeln versichert werden. Mit etwas Verhandlungsgeschick kann man aber den einen oder anderen Rabatt aushandeln, notfalls auch für eine andere Versicherung beim gleichen Unternehmen.

Unser Tipp: Kinder früh versichern

Schließen Sie die Versicherung für Ihre Kinder möglichst frühzeitig ab. In den ersten Jahren können Sie dadurch gewinnen, und bei einer späteren KFO-Behandlung sind Sie auf der sicheren Seite. Allerdings sollten diese Bestandteil des Vertrages sein.

Das Fazit zu Zahnzusatzversicherungen

Augen auf beim Abschluss einer Zahnzusatzversicherung! Informieren Sie sich gründlich und vergleichen Sie die Angebote. Unsere Checkliste kann Ihnen dabei helfen. Ein weiteres Hilfsmittel ist die Waizmann-Tabelle, die Sie online und bei vielen Zahnärzten einsehen können.

Kostenlose Checkliste für Zahnzusatzversicherungsvergleich herunterladen

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Überlegen Sie sich, was im Moment zahntechnisch bei Ihnen Stand der Dinge ist, was für die nächste Zeit ansteht oder anstehen könnte. Denken Sie auch langfristig. Bringen Sie diese Aspekte auch in den Beratungsgesprächen zur Sprache. Und denken Sie daran, dass nur schriftliche Zusage gelten.

Sie können ganz unten einen Kommentar schreiben.

7 Kommentare zu

Zahnzusatzversicherung: Der ultimative Guide

  1. Mirko L. sagt:

    Ich habe nun einige Vergleichs-Rechner bemüht und einige Male bei den KVs angefragt. Kommt aus meiner Sicht nicht unbedingt das Beste bei heraus. Vielleicht ist es noch möglich eine Hausratversicherung über das Internet abzuschließen, aber die Zahnzusatz? Meine Meinung: Dann besser doch gleich selber zahlen!

    Mirko

  2. Birte Sauer sagt:

    Taschenrechner rausholen und selber rechnen! Wenn die Zähne so schlecht sind, dass über eine Versicherung nachgedacht wird, sind die Prämien so hoch, dass es sich nicht lohnt! Sind die Zähne gut, sind die Prämien zwar niedriger, aber dann kann man die Prämien auch sparen und die Rechnungen selber zahlen!

  3. Sabine sagt:

    @Birte: Wenn die Zähne schon schlecht sind und Behandlunegn angeraten sind, ist einem mit einer Zahnzusatzversicherung ehh nicht mehr geholfen. In diesem Fall wird Sie keine Versicherung mehr annehmen. Leider kosten die Zahnarzt besuche immer mehr, allein durch die GOZ-Erhöhung Anfang 2012 sind die Preise nochmals gestiegen. Für Implantate zahlt man dann schnell mal bis zu 1500€, bis man sich das Geld selber zusammen gespart hat vergeht ganz schön viel Zeit. Da sollte man schon 2mal über den Abschluss einer Zahnzuatzversicherung nachdenken. Wenn es ein guter Tarif ist, wie zB der CSS flexi ZE Top + ZB zahlt man nicht wirklich viel, bekommt aber Top Leistung (sagt sogar Stiftung-Warentest). Der Tarif erstattet 100% für professionelle Zahnreinigung und das 2mal im Jahr, wenn man das mit dem Beitrag verechnet, sinken die monatlichen Kosten nochmals bedeutend 😉

    Es gibt natürlich auch miese Tarife, bei denen man bedeutend mehr für weniger Leistung bezahlt. Vergleichen lohnt da auf jeden Fall, wie in allen Versicherungsbereichen.

  4. Lora sagt:

    Es sollte wirklich darauf geachtet werden, bei wem die Versicherung abgeschlossen wird. Der Versicherungsmarkt ist hart umkämpft und es gibt einige gute Versicherer, die wirklich gute Konditionen anzubieten haben!

  5. Birte sagt:

    @Sabine: Habe gerade mal Kunden-Bewertungen von CSS herausgesucht. 75% mangelhaft bis ungenügend. Wenn Stiftung Warentest sagt, die sind Top in den Leistungen, was auch keiner abstreitet, heißt dieses noch lange nicht, das ein guter Service und schnelle Abwicklung garantiert sind. Naja, so sind CSS zu mindestens die Besten der Schlechten.

  6. @Sigi sagt:

    Die Schriftverkehr mit der CSS ist unglaublich umfangreich und man bekommt keine vernünftige Aussage, ob für eine bestimmte Leistung Kosten übernommen werden. Man wird allerdings informiert, dass z.B. eine Krone nicht bezahlt wird. Die CSS wurde mir von meinem Zahnarzt empfohlen, da die Leistungen so gut wären. Wörtlich: Meiner Zahnarzthelferin hat die CSS alles bezahlt; fast ein komplettes Gebiss. Werde den Verdacht nicht los, dass hier eine Absprache zwischen dem einen oder anderen Zahnarzt(-ärztin) und der CSS per Provision läuft. Zahlen soll der Kunde, verdienen soll die CSS, der Zahnarzt und die Krankenkassen halten sich den Bauch vor Lachen. Die CSS ist für mich gestorben.

  7. Harald C. sagt:

    Da ich mich selbst mit dem Thema intensiv befasse, muss ich mal ein großes Lob an der Artikelverfasser aussprechen -- hier sind wirklich alles Dinge beschrieben, auf die man bei einer Zahnzusatzversicherung achten sollte!

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